Social Media Trends 2021: Was erwartet uns in der Coronakrise?

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Das turbulente Jahr 2020 neigt sich dem Ende. Der Lockdown, die Kontaktbeschränkungen und die damit verbundene beschleunigte Digitalisierung hatten nicht nur Auswirkungen auf unseren Alltag, sondern auch auf die sozialen Medien. Umso wichtiger ist es, für das nächste Jahr in Social Media gewappnet zu sein. Denn neben der Coronapandemie könnten diese 4 Trends das Social Media Marketing im nächsten Jahr dominieren.

1. Trend: Kampf gegen Fake News: Social-Media-Plattformen müssen transparenter und haftbarer werden

Hassbotschaften, Verschwörungstheorien und Fake News im Social Web haben seit der Coronakrise stark zugenommen. Facebook, Twitter & Co. wurden daher von der EU-Kommission verpflichtet, neue Maßnahmen im Kampf gegen Fake News zu ergreifen und irreführende Inhalte sowie Desinformationen auf ihren Plattformen klarer zu kennzeichnen. WhatsApp hat die Weiterleitung von Nachrichten beschränkt, Facebook und Twitter zeigen nun einen allgemeinen Warnhinweis an, wenn externe Faktenchecker eine Falschnachricht als solche entlarven. Zudem kann Ihnen unser Fake News Monitoring die Einschätzung erleichtern, wie vertrauenswürdig ein Online-Medium ist. Dazu werden die Quellen von ausgebildeten Journalistinnen und Journalisten auf Glaubwürdigkeit und Transparenz geprüft und nach einem Punktesystem, dem NewsGuard Score, bewertet.
Laut Ansicht der Cybersicherheitsbehörde des Bundes sei vor allem aber auch die technische Erkennung von Social Bots ein vielversprechender Weg zum Schutz vor Falschinformationen. Denn diese sind für die massenhafte Verbreitung gezielter Fake-News-Kampagnen zuständig. Die Social-Media-Plattformen scheinen also gelernt zu haben, dass ein transparenter und verantwortungsvoller Umgang mit Informationen für Social-Media-Nutzer wichtig ist. Auch Unternehmen sollten sich zukünftig noch stärker als authentische, transparente und verantwortungsvolle Marke etablieren und darauf achten, dass ihre Inhalte mit Bedacht gewählt und im Social Web verbreitet werden.

2. Trend: Stories revolutionieren die B2B-Social-Media-Netzwerke

Vor einigen Wochen hat die B2B-Plattform LinkedIn die neue Story-Funktion für die deutschen Nutzer gelauncht und um vertikale Videos erweitert. Dadurch eröffnen sich neue Chancen fürs Business Networking.
Das Story-Format, das ursprünglich auf Snapchat etabliert wurde, ermöglicht das Erstellen von Kurzvideos mit einer maximalen Länge von 20 Sekunden. Diese sind fünf Sekunden länger als die Instagram Stories. Wie bei der Story-Funktion auf Snapchat und Instagram sind auch unterschiedliche Sticker und das Markieren von anderen Profilen Bestandteile der LinkedIn Stories. Über LinkedIn Unternehmensseiten können auch Stories im Namen des Unternehmens veröffentlicht werden. Aktuell gib es noch keine Ads für das neue Feature auf LinkedIn. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich dies ändern wird. Das Story-Format wird bestimmt auch bald auf XING seinen Platz finden.

3. Trend: Conversational Marketing für eine effizientere Kundenbindung

Persönliche Botschaften sowie eine direkte und offene Kommunikation gewinnen im Social Media Marketing weiter an Bedeutung. Durch das Conversational Marketing werden Unternehmen für Ihre Zielgruppe nahbarer und können schneller eine Beziehung zu ihren Kunden aufbauen – egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Chatboxen, Chatbots, Messenger-Dienste sowie die Kommunikation über die unternehmenseigen Social-Media-Profile sind die verbreitetsten Möglichkeiten für diese digitale Konversation.

Für die Umsetzung des Conversional Marketing gilt es zu beachten: 

  1. Etablieren Sie feste Prozesse, die definieren, wie geeignete Themen für Chatbots und Messenger-Dienste zu ermitteln und sinnvolle Erfolgskennzahlen zu bestimmen sind.
  2. Richten Sie die Chat-Themen auf den Inhalt und das Ziel Ihrer Webseite und Ihrer Social-Media-Kanäle aus.
  3. Steigern Sie das Nutzerlebnis für Ihre Zielgruppe, indem Sie die digitalen Chat-Konversationen weitestgehend personalisieren, die Chat-Bots kontinuierlich testen und an die Nutzerbedürfnisse anpassen.

4. Trend: Neue, vielversprechende E-Commerce-Funktionen auf Social Media als Konkurrenz zu reinen Online Shops

Mit neuen Features soll das Shopping-Erlebnis auf den Social-Media-Kanälen noch inspirierender werden und Marken zu mehr Umsatz verhelfen. So führte Pinterest in der Pandemie neue Shopping-Möglichkeiten ein. Auch WhatsApp bietet seit ein paar Wochen als erster Social Messenger einen neuen Shopping Button direkt im Chat an. Und Facebooks neues Shop Feature, welches ebenfalls in der Coronakrise ausgerollt wurde, gilt als vielversprechender Vorstoß, professionellen E-Commerce in die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram zu integrieren. Kunden können zukünftig aus Facebook-Ads heraus auf komplette Shops zugreifen und deren Produkte erwerben.
In den USA werden diese Shopping-Funktionen auf den Social-Media-Kanälen bereits erfolgreich getestet und genutzt. Auf Pinterest haben US-amerikanische Käufer bis zu 40 Prozent größere Warenkörbe als andere Kunden desselben Onlineshops. Aktuell hält Pinterest für den deutschen Markt drei Features bereit:

  • Automatisches Bidding für Shopping: Hier können Werbetreibende dynamisch das Gebot einer Anzeigengruppe anpassen, um die maximale Anzahl von Ergebnissen zu erhalten.
  • Neue Conversion-Analyse: Mit den neuen Updates können Händler den Weg zur Kaufentscheidung nachverfolgen und mehrere Attributionsansichten vergleichen, um den Erfolg nachzuweisen. 
  • Katalog-Uploads in Echtzeit: Mit dieser Neuerung können Händler schneller ihre Kataloge hochladen und Shopping-Anzeigen aktivieren mit der Möglichkeit, Videos in Kollektionen einzubinden sowie Kataloge und Kollektionen zu vereinen.

In den USA testet Pinterest zudem das Schaufenster-Profil sowie eine Testversion verbesserter Produkt-Tags. Damit haben Marken eine noch größere Chance, von potenziellen Kunden entdeckt zu werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Features auch für den deutschsprachigen Markt ausgerollt werden. Modernes Mobiles Shopping – das passgenauere Ausspielen von Anzeigen im gesamten Social-Media-Netzwerk und eine personalisierte Zusammenstellung des Produktfeeds für den Kunden im Shops-Bereich – wird somit zur ernstzunehmenden Konkurrenz für reine Online Shop wie Amazon.

Fazit: Die Coronakrise ist ein starker Beschleuniger fürs Online Shopping im Social Web. Zudem hat die Krise gezeigt, wie wichtig eine direkte, transparente und authentische Unternehmenskommunikation für ein erfolgreiches Social Media Marketing geworden ist. Auch in 2021 sollten Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe stärker denn je in den Fokus stellen, um eine erfolgreiche Kundenbindung aufbauen zu können.


Chiara  •  20. Dezember 2020

Wow, vielen Dank für den tollen Artikel! Sehr viele spannende Tipps dabei. Wie steht ihr zu dem “modernen Kundenservice” in den sozialen Netzwerken? Also direkt auf Social Media in Kontakt zu treten, anstatt über Formularfelder? Hab das hier gelesen: https://www.mawave.de/blog/social-media-trends-2021

Anja Kloster  •  21. Dezember 2020

Vielen Dank! Die Nutzung von Chatbots wird immer wichtiger für den Aufbau des ersten Kundenkontakts. Generell sollte man diese aber nur einsetzen, wenn es wirklich sinnvoll ist. So nutzen wir aktuell noch keine Chatbots, da unsere komplexen Dienstleistungen eine persönliche Beratung erfordern, die ein Chatbot so (noch) nicht übernehmen kann.

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