Social Media: 3 Trends, die das nächste Jahr bestimmen werden

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Trend 1: TikTok wird die nächste große Social Media Plattform fürs Digitale Marketing

TikTok erlebte in diesem Jahr einen rasanten Aufstieg und erzielte über 7,8 Millionen Downloads in Deutschland. Das soziale Video-Netzwerk, das aus der App musical.ly und dem asiatischen Pendant Douyin entstanden ist, bietet den Usern die Möglichkeit, kurze Unterhaltungsvideos anzuschauen und selbst hochzuladen.

Eine Besonderheit für TikTok sind Challenge- sowie „Lip Sync“-Videos, die sich mittlerweile als soziales Phänomen etabliert haben. Da auf TikTok rund 66% der User jünger als 30 Jahre sind, bietet das Netzwerk für eine junge Zielgruppe großes Potenzial fürs digitale Marketing.

Folgende spannende Möglichkeiten der Kommerzialisierung stehen zur Verfügung:

  • Branded Sticker
  • Brand Takeover Ads
  • Branded Hashtag Challenges
  • Native Videoanzeigen

Verglichen mit anderen marktführenden Social-Media-Netzwerken ist das Schalten von Werbeinhalten und Kampagnen auf TikTok noch relativ preisgünstig. Auch die organische Reichweite ist hier vergleichsweise hoch. Guter Content für TikTok sind vor allem Challenges und Videos, die einen kreativen Twist aufzeigen. Auf der schnelllebigen Plattform entscheiden meist die ersten Sekunden eines Videos, ob das Interesse der Nutzer geweckt wird. Für Unternehmen ist es daher wichtig, mit dem eigenen Content sofort die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu generieren. Einige große Marken in Deutschland haben das Potenzial von TikTok bereits erkannt.

Unter dem Hashtag #machdichzumotto wurden die User vom Handelskonzern Otto in einer Challenge dazu aufgefordert, eigene passende Videos zu produzieren. Es entstanden Massen an User Generated Content durch die TikTok Community. Am Ende erzielte der Hashtag bis Mitte Dezember über 190.00.00 Aufrufe. Laut Otto verzeichneten Videos, die mit dem Hashtag versehen wurden, auf TikTok innerhalb von vier Wochen 147 Millionen Views. Auf diese Weise konnte Otto die Brand Awareness kostengünstig und effektiv steigern, was wiederum zu mehr Traffic auf den anderen Markenkanälen führte.

Wenn man die Generation Z erreichen möchte, führt derzeit für kaum ein Unternehmen der Weg an TikTok vorbei. Wer es rechtzeitig schafft, die TikTok Community für sich zu begeistern und an sich zu binden, kann dadurch einen großen Vorteil gewinnen.

TikTok Kampagne Mach Dich zum Otto
TikTok Kampagne #machdichzumotto, Quelle: TikTok

Trend 2: Social Commerce wird im nächsten Jahr rasant ansteigen

Social Commerce erlebte bereits in diesem Jahr einen Aufstieg und wirkt sich im nächsten Jahr nicht nur auf den stationären Handel aus, sondern macht auch dem E-Commerce-Markt Konkurrenz. Die wachsende Beliebtheit von Shopping auf den Social-Media-Kanälen hängt vor allem mit der Zeitersparnis und dem Komfort für den Nutzer zusammen. Diese müssen nicht mehr die sozialen Plattformen verlassen und extra einen Online-Shop aufrufen, sondern erhalten ihr Wunschprodukt gleich auf Instagram und Co.

Als Vorreiter im Social-Shopping-Bereich gelten Facebook, Instagram und Pinterest. Viele große Unternehmen haben mittlerweile das Potenzial im Social Web erkannt und nutzen bevorzugt die Shoppable Posts auf Instagram, um ihre Produkte zu promoten und zu verkaufen.
In diesem Jahr testete Instagram in den USA den InApp-Checkout für seine Shoppable Posts, bei dem die Nutzer Waren kaufen können, ohne die App zu verlassen. Auch Pinterest startete mit seinen Shop the Look Ads, mit der die User Produkte direkt in den Pins finden und kaufen können. Des Weiteren setzt TikTok zukünftig auf Social Commerce und probiert eine Funktion aus, mit der die User aus dem Video heraus direkt auf die Kaufseite des Wunsch-Produktes verlinkt werden. Dieses Feature, das den Shoppable Posts von Instagram stark ähnelt, könnte gerade bei der jungen TikTok-Zielgruppe auf große Resonanz stoßen.

InApp-Checkout-auf-Instagram
Beispiel für InApp-Checkout bei Shoppable Posts auf Instagram, Quelle: Instagram

Trend 3: Content Marketing muss zielgruppenrelevanter, interaktiver, origineller und persönlicher werden, um sich aus der Content-Masse hervorzuheben

Dass Content King ist, gilt bei Marketern mehr denn je. Die Anzahl der Instagram und Facebook Posts ist in den letzten Jahren explodiert. Zugleich nimmt die Anzahl der Interaktionen entsprechend ab. In der Flut der Netzinhalte wird es für Unternehmen immer schwieriger, vom Nutzer wahrgenommen zu werden. Die besten Chancen haben Marketer, wenn sie zielgruppenrelevanten, auf den Punkt gebrachten, originellen und qualitativ hochwertigen Content veröffentlichen. Dazu zählen Texte, Videos und Podcasts, die mit originellen Tipps, Ideen und Inspirationen aus der Masse herausstechen. Auch der direkte Kontakt über Messenger im Social Web und Privatnachrichten wird immer beliebter. Zur Content-Verbreitung und für die Kundenbindung werden WhatsApp, Instagram oder Facebook Messenger sowie Chatbots im Kundenservice auch im nächsten Jahr zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Ein weiterer Social Media Content Trend, der hoch im Kurs steht, sind gesprochene Inhalte und Sprachnachrichten, die durch Sprachsteuerung, Sprachassistenten und Künstliche Intelligenz ordentlich gepusht werden. Auch der Podcast-Boom bestätigt diese Entwicklung. Der globale Werbeumsatz mit Podcasts wird laut einer Prognose von aktuell rund 885 Millionen Dollar auf schätzungsweise 1.6 Milliarden Dollar im Jahr 2022 ansteigen.

Social Media Short Facts – Hätten Sie es gewusst?

  • Internetnutzer haben im Schnitt 8.5 Social Media Accounts.
  • Im Ranking der größten Social-Media-Plattformen bewertet nach der Anzahl monatlich aktiver Nutzer erzielte Facebook mit 2.27 Milliarden aktiven Nutzern den ersten Platz, gefolgt von YouTube mit 1.9 Milliarden aktiven Nutzern.
  • Gemessen an den Seitenaufrufen erreichte Facebook im November 2019 einen Marktanteil von 66 Prozent und ist damit Marktführer unter den Social-Media-Netzwerken weltweit. Pinterest folgte mit einem großen Abstand mit einem Marktanteil von rund 12 Prozent an Page Views. Twitter und Instagram lagen mit Marktanteilen von rund 11 bzw. 6 Prozent auf den dritten und vierten Plätzen.
  • Bis zum Jahr 2021 wird laut Mediaagentur Zenith ein deutlicher Anstieg der Social-Media-Werbeausgaben auf knapp 111.4 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Im Jahr 2018 betrugen die weltweiten Investitionen in Social-Media-Werbung rund 70,3 Milliarden US-Dollar.

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