Frightful Five und Ambitious Four: Rise and Fall

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Die mächtigsten Unternehmen der Welt haben viele Namen: Big oder Frightful Five, apokalyptische Reiter oder kurz GAFAM. Dass Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft unangefochtene Spitzenreiter ihrer jeweiligen Branchen sind, steht außer Frage. Doch was genau sorgt für ihre Überlegenheit und Beständigkeit?

Immer wieder wird der Untergang eines dieser Unternehmen heraufbeschworen, dennoch scheint die Macht der Global Player unermesslich. Durch ihre Strukturen, Technologien und ihren Einfluss sind sie sogar in der Lage, Rahmen und Regeln für Newcomer festzulegen. Doch die Herrschaft könnte bald enden: Wie unsere Medienanalyse zeigt, holen Alibaba, Airbnb, Netflix und Uber seit 2014 kräftig auf und machen dem kleinen Kreis der gefürchteten Unternehmen zunehmend Konkurrenz.

Als Börsen-Hochkaräter, Internet-Monopolisten und Struktur-Allrounder glänzen die TOP5 der Neuzeit in allen wirtschaftlichen Bereichen. Ihre Einflüsse reichen weit über Branchentätigkeiten hinaus und haben nicht zu unterschätzende gesellschaftliche und politische Auswirkungen. Scheinbar unendliche Ressourcen sowie innovative Herangehensweisen und moderne Technologien sichern ihre Monopolstellung. Nicht ohne Grund besteht die Angst vor einer Ökonomie der Konzern-Giganten.

Weitreichende Infra- und Datenstrukturen mindern die Konkurrenz durch kleinere Unternehmen, aufstrebende Start-Ups werden kurzerhand ausgebremst: Stellen Mitstreitende einen unberechenbaren Faktor dar, werden sie beispielsweise geschluckt oder anderweitig beeinträchtigt – so auch WhatsApp und Instagram bei der Übernahme durch Facebook.

Die Aufsteiger

Alibaba, Airbnb, Netflix und Uber könnten für einen Generationswechsel sorgen. Die Plattformen der Newcomer stellen zentrale Anlaufstellen für Online-Handel, Tourismus, Streaming und Beförderungs-Dienste dar und bedienen ehemalige Nischenfelder mit Aufstiegspotential in den Massenmarkt. Durch eine erhebliche Reichweite ist Netflix eine ernstzunehmende Alternative zum klassischen Fernsehen, darüber hinaus profitiert das Medienunternehmen durch selbstproduzierte Serien und Filme. Airbnb wird als günstige oder auch individuellere Alternative Hotelketten und Reiseportalen immer öfter vorgezogen. So wachsen Einfluss und Unabhängigkeit der Portale weiter stark an, wodurch diese kaum noch reguliert werden können. Wegen dieser Wachstumsorientierung und des Entwicklungspotentials zum Branchenprimus werden sie von pressrelations als „Ambitious Four“ betitelt.

Der Fall der Unantastbaren

Bereits jetzt werden die Grenzen der dominierenden Unternehmen ausgetestet. Während Google und Facebook mit Datenschutz-Regulierungen zu kämpfen haben, ist auch Microsoft nicht vor zahlreichen behördlichen Angriffen sicher. Gerade der Einfluss der Informationsverarbeitung und -nutzung ist ein Dorn im Auge der Politik, die rechtliche Sicherung von personenbezogenen Daten immer eine heikle Angelegenheit. Kürzlich akzeptierte Facebook eine Strafzahlung in Höhe von fünf Milliarden Dollar für die unerlaubte Weitergabe an die Analysefirma Cambridge Analytica. Dementsprechend könnte eine Datenschutz-Reform oder -regulierungen kleine Unternehmen schwächen und die großen Datensammler vom Thron stürzen.

Medienanalyse im prmagazin: BIG Five
Grafikbeschreibung: Für das prmagazin wurden Außenwirkung, Wirkungsbereiche und Trends der Frightful Five und Ambitious Four untersucht und visualisiert. Die Grafik zeigt nicht nur die starke Positionierung der Giganten, sondern verdeutlicht auch, dass die Newcomer bereits kräftig mitmischen.

Die Auswertung der deutschen Medien weist ebenfalls auf die Monopolstellung der Frightful Five hin. Facebook liegt mit einem Beitragsaufkommen von über 10.000 Artikeln im Jahr 2018 deutlich vor den Wettbewerbern. Amazon kann Google auf letzter Strecke gerade noch überholen und auch Microsoft kann sich mit über 2.000 Artikeln deutlich positionieren. Der größte Schlagabtausch zeigt sich im Rennen zwischen Netflix, Uber und Apple. Beide Newcomer können trotz der starken Performance des Smartphone-Herstellers am Ende 2018 knapp über dem Giganten ranken – ein erster Angriff der Underdogs.

Auch bei den untersuchten Wirkungsbereichen hat Facebook die Nase vorn, lediglich im Bereich Innovation wird der Plattform-Gigant als einziger nicht am häufigsten genannt – diese Trophäe bringt Google Home.

Mittels Hashtag Cloud lassen sich eindeutige Trendthemen der Frightful Five erkennen. Am stärksten präsent sind dabei die Hashtags zum Datenschutz (#dsgvo, #privatsphäre, #sicherheit,…). Hier führen Google und Facebook mit deutlichem Abstand. Auch unter dem Hashtag #BigData sind fast ausschließlich Beiträge der sozialen Plattform Facebook zu finden. In puncto Digitalisierung haben jedoch Microsoft und Amazon die Nase vorn.

Konkurrenz mit starken Heimatmärkten

Die Angriffe auf die größten Unternehmen dieser Welt kommen aber nicht nur aus Amerika: Auch weit entfernte, rasant wachsende Technologie-Giganten der asiatischen Märkte könnten die Big Five stören. Neben der B2B-Plattform Alibaba zählen zu der Konkurrenz aus Fernost auch die Suchmaschine Baidu, Internet-Gigant Tencent und der Elektronik-Hersteller Xiaomi. Sie alle werden als Anwärter einer neuen Generation an Unternehmen vorgestellt, die von den Vorteilen des digitalen Zeitalters profitieren. Während bestehende Unternehmen in die modernen Strukturen hineinwachsen müssen, können die Tech-Newcomer strukturelle Standards weiterentwickeln und verschaffen sich dadurch deutliche Vorteile. So konnte Xiaomi beispielsweise bereits nach vier Jahren Apple auf dem chinesischen Markt überholen.

Nur wer den Markt am besten kennt, Strukturen optimal nutzt und innovativ agiert, kann zukünftig mit den Großen mitspielen oder zu einem dieser werden. Die Auswertungen versprechen interessante Entwicklungen: Ganz gleich ob durch Datenkrisen, Überholmanöver oder Innovationskraft: in den kommenden Jahren werden die Karten der Markt-Giganten neu gemischt.

Weitere Erkenntnisse finden Sie in unserer Analyse für das prmagazin: The Big Five – Aus fünf mach vier?, die Sie hier ansehen oder downloaden können. Sie haben noch Fragen zur Analyse oder unserer Kooperation mit dem prmagazin? Dann schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie uns unter 0049 211 1752077 – 0 an!


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